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Beschreibung Kaiserlandler

 

Bei diesem aus dem oberösterr. Mühlviertel überlieferten, aber auch im Böhmerwald beheimatet gewesenen Tanz handelt es sich um eine Form jener in Österreich, besonders aber in Oberösterreich, mehrfach überlieferten Tänze, denen ein Miteinandergehen zu Grunde liegt, wie etwa dem Jägermarsch, Marschierboarisch, Hagln oder der Linzerpolka.

 

 1. Grundform - Ausgangsstellung

 

Tänzerin rechts neben dem Tänzer, beide blicken in die Tanzrichtung. Die inneren Hände sind gefaßt und brusthoch erhoben.

 

 Takt 1 bis 16

Die Paare gehen, links ausschreitend in der Tanzrichtung im Kreise. 

 Gemeinsames Kreisen

 

 

 Takt 17 bis 20 (4 Takte)

Tänzer und Tänzerin fassen einander bei beiden Händen und wenden sich so zueinander, daß die Tänzerin an der rechten Seite ihres Partners steht, also rechte Schulter zu rechter Schulter. Die rechten Arme beider werden in Brusthöhe seitgestreckt, die linken stark im Ellbogen gebeugt, wobei die Ellbogen fast bis zur Waagrechten erhoben werden. In dieser Fassung gehen beide – links ausschreitend – mit acht Schritten im Sinne des Uhrzeigers um die gemeinsame Achse (Bild). Mit dem achten Schritt macht der Tänzer eine halbe Drehung nach rechts, die Tänzerin nach links, linke Arme werden seitgestreckt und rechte gebeugt.

                                                                                                                            

 

 Takt 21 bis 24 (4 Takte)

Beide kreisen nun gegen den Uhrzeiger um die gemeinsame Achse. Mit dem letzten Schritt soll der Tänzer wieder in den Innenkreis gelangt sein.

 Umkreisen der Tänzerin

 

 Takt 25 bis 28 (4 Takte)

Der Tänzer läßt die rechte Hand der Tänzerin los, hebt mit seiner rechten ihre linke über ihren Kopf und dreht die Partnerin gegen den Uhrzeiger, während er selbst die sich drehende Tänzerin mit acht Schritten einmal im Sinne des Uhrzeigers umkreist (Bild). Sie vollführt während der Umkreisung durch den Tänzer zwei ganze Umdrehungen.

 

 Takt 29 bis 32 (4 Takte)

Drehen der Tänzerin und entgegengesetzte Umkreisung durch den Tänzer gegengleich Takt 25 bis 28. Zum Schlusse ist der Tänzer wieder im Innenkreis, und beide wenden sich in Nebeneinanderstellung der Tanzrichtung zu.

 Gehen und Klatschen

 

 Takt 1 bis 16

Paarweise nebeneinander gehen wie zu Beginn, doch diesmal ohne Fassung. Während die Tänzerinnen neben ihren Tänzern ruhig weitergehen klatschen diese zweimal in jedem Takte. Nach dem achten Takt sollte "gedoppelt" geklatscht werden, das heißt, einige paschen nicht, wie die Mehrzahl, im ersten und dritten Achtel sondern im zweiten und vierten eines jeden Taktes.

Nach dem Umzug mit Klatschen wieder "Gemeinsames Kreisen" usw. Das anfangs beschriebene "Aufführen" der Tänzerinnen wird also nur als Einleitung getanzt.

 

 Zur Ausführung der Grundtanzform

Die Gehschritte während des ganzen Tanzes seien keine wuchtigen Marschtritte, sondern vielmehr leicht und kurz. Die Körperhaltung sei ruhig und aufrecht – der Tanz soll würdig und gemessen wirken. Dazu gehört auch, daß das Klatschen die Musik nicht aufdringlich übertönt.

Will man den Tanz mit Partnerwechsel ausführen, so rücken die Tänzerinnen nach 8 Takten Klatschen - also mit Einsetzen des verdoppelten Klatschens – unauffällig zum nächsten Tänzer vor.

 

 Bemerkungen zum Tanz

Die Figuren des Umtanzens um die gemeinsame Achse, vor allem aber die des Umkreisens der Tänzerin im gegengleichen Drehsinn durch den Tänzer deutet auf eine starke Beeinflussung des Tanzes vom oberösterreichischen Landler her, was letzten Endes ja auch im Namen zum Ausdruck kommt.

 

Zu bemerken wäre, das die benachbarten wirklichen Landler durchwegs im ¾-Takt sind, während unsere Form als echter "Marschtanz" eben ein Zweiviertler ist. Einen Zusammenhang mit den zweivierteltaktigen Landlern des Traunviertels oder Salzkammergutes darf man dabei wohl nicht annehmen.

 

Unklar ist die Herkunft des Namens "Kaiser"-Landler. Vielleicht soll er die besondere Beliebtheit, den besonderen Wert ausdrücken – vergleiche die Worte "Kaisersemmel" oder "Kaiserwetter" – oder aber der Name leitet sich, wie Hermann Derschmidt zu bedenken gibt von einem Musikanten namens Kaiser ab, der in seinerzeit aufgespielt haben mag.

 

 Quellenangabe

  • R. Zoder - Österreichische Volkstänze, 3. Teil, Nr. 3
  • H. Derschmidt 1928 in Arnreit
  • Lager – Derschmidt – Österr. Tänze, Teil 2

 

 



 
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