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Beschreibung Eiswalzer

 Eiswalzer

Frau Prof. Ilka Peter, die diesen Tanz aufzeichnet, schreibt darüber: "Diese Tanzform wurde mir im Jahre 1939 von der 1872 geborenen Anna Aberger aus Rain bei Saalfelden mitgeteilt, die in ihrer Jugend mehrere Jahre in Sierning bei Steyr gelebt und den Tanz dort häufig getanzt hat. Außer der allgemein gehaltenen Bezeichnung "Walzer" war ihr aber kein spezieller Name bekannt.

 

1. Grundform - Ausgangsstellung

 

Gewöhnliche Rundtanzfassung. Die beiden äußeren Hände sind dabei in Brusthöhe gefasst und die vorgestreckten Arme leicht in den Ellbogen gebeugt.

 

 

Takt 1 bis 4

Mit den äußeren Füßen beginnend, 4 Gehschritte vorwärts. Mit dem 4. Schritt vollführen beide auf den inneren Füßen eine halbe Drehung über innen, wobei der Tänzer die Umfassung seiner Partnerin löst. Die früher vorgestreckten Arme bleiben gefasst und sind nun ausholend mäßig rückgestreckt.

 

Takt 5 bis 8

Mit den nun inneren Füßen beginnend 4 Schritte rückwärts, also weiterhin in Tanzrichtung. Die jetzt inneren Arme schwingen bei gefassten Händen vor, zurück und wieder vor. Mit dem 4. Schritt drehen sich die Partner, die Arme wieder rückschwingend, zueinander und fassen zum Rundtanz.

 

Takt 9 bis 16

Walzerrundschritt (Rechtswalzer)

 

Zur Ausführung der Grundtanzform

Die Schritt vorwärts und rückwärts werden, den Walzerrhythmus durch mäßige Kniefederung andeutend, weich und leicht schwingend ausgeführt. Die Rückwärtsschritte werden dabei am besten in Form von Walzerschritten gemacht. Das Armschwingen erfolge nicht ausladend, sondern eher zurückhaltend.

 

Bemerkungen zum Tanz

Die gleiche Tanzform habe ich dann auch in Abtenau (salzburgerischer Tennengau) gefunden, wo sie Johann Fischhofer, von Beruf Schuhmacher, im Jahre 1940 mit mir tanzte und als "Eiswalzer" bezeichnet. Die Tanzweise übermittelte mir Rupert Fischhofer, Maurer und Spielmann, der annimmt, das der Name "Eiswalzer" von einem Musikstück herrührt, das man eine Zeitlang zu dieser Tanzausführung zu spielen pflegte."

Gleich seinen Verwandten, dem aus Vorarlberg stammenden "Offenen Walzer", zeigt er, wie weit verbreitet das durch Schritte und Armschwingen unterbrochene Walzertanzen war. Ein Beispiel wohl auch dafür, wie lebhaft noch im 19. Jahrhundert – weiter dürfte die Entstehung des Eiswalzers nicht zurückliegen – Gesellschaftstänze wie der Walzer im Wirkungsbereich des Volkstanzes umgeformt und ausgestaltet worden sind.

1954 wurde der Eiswalzer in Wien der tanzenden Jugend bei einem Volkstanzfest vorgeführt und verbreitete sich kurz darauf, als zeitgemäß und allgemein gültig empfunden, in Windeseile in der österr. Volkstanzbewegung.

 

Quellenangabe

  • Ilka Peter, "Volkstanz in Theorie und Praxis", Wien 1952
  • Herbert Lager – Österr. Tänze, Zweiter Teil

 

 



 
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