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Tanzbeschreibung Einfacher Dreher

 

Der "Einfache Dreher", aufgezeichnet von Karl Horak 1933 und 1934 im Nordtiroler Unterland im Bereich Brixlegg und St. Ulrich am Pillersee, ist offensichtlich eine Restform solcher Armfigurentänze, wie sie etwa aus dem Salzburgischen als Wickler (vgl. u.a. Ilka Peter, Tänze aus Österreich, Doblinger, Wien, S. 20 f.) und aus dem Tirolischen als Masolka (vgl. Karl Horak, Volkstänze aus Tirole, Bärenreiter 867, S. 12 ff.) beschrieben sind.

 

 1. Grundform - Ausgangsstellung

  

Tänzer steht mit dem Rücken zur Kreismitte, rechts neben der zur Kreismitte blickenden Tänzerin, linke Schulter an linker Schulter. Beide greifen unter dem linken Arm des Partners durch und fassen bei gestreckten linkem Arm dessen an den Rücken angelegte rechte Hand.

 

 Schrittart

Mit jedem Taktviertel ein kurzer Gehschritt (Trippelschritt

 

 Einleitung

Nur einmal, zu Beginn des Tanzes !

 

 Takt 1 bis 8

Das Paar kreist gegen den Uhrzeiger um die gemeinsame Achse. Mit dem 8. Takt endet das Kreisen in den Blickrichtungen der Ausgangsstellung.

 

 Dreher

 

 Takt 1 bis 2

Der Tänzer löst die Fassung seiner rechten Hand und führt, während sich die Tänzerin mit sechs Schritten einundeinhalbmal im Sinne des Uhrzeigers um die eigene Achse dreht, deren Rechte mit seiner Linken über ihren Kopf. Während der Drehung der Tänzerin an der Hand des Tänzers umkreist dieser die Partnerin mit sechs Schritten in einem Halbkreis gegen den Uhrzeiger (Bild). Damit gelangt er ein Stück in Tanzrichtung weiter und blickt zum Schluß in Richtung Kreismitte, sie aber in die Gegenrichtung.

 

 Takt 3 und 4

Der Tänzer löst die Fassung seiner linken Hand, und gleichzeitig faßt die Partnerin mit ihrer Linken seine, an den Rücken angelegte Rechte. Während der Tänzer nun seinerseits mit sechs Schritten einundeinhalbmal im Sinne des Uhrzeigers um die eigene Achse dreht, hebt die Tänzerin die gefaßten Hände über seinen Kopf. Gleichzeitig mit der Drehung des Tänzers an der Hand der Tänzerin umkreist diese den Partner mit sechs Schritten in einem Halbkreis gegen den Uhrzeiger (Bild, unten). Damit gelangt sie ein Stück in Tanzrichtung weiter und blickt zum Schluß in Richtung Kreismitte, er aber nach außen.

Um den kommenden Fassungswechsel zu ermöglichen, legt die Tänzerin ihre Rechte beizeiten an ihren Rücken.

 

 Takt 5 und 6

wie Takt 1 bis 2

 

 Takt 7 und 8

wie Takt 3 bis 4 uns so weiter

 

 Zur Ausführung der Grundtanzform

Umschreiten und Sichdrehen auf der Stelle müssen flüssig ineinander übergehen. Voraussetzung dazu sind erstens das rechtzeitige Anlegen der rechten Hand an den eigenen Rücken und zweitens der rechtzeitige, bereits mit dem letzten Schritt des Umschreitens erfolgende Ansatz zur Drehung auf der Stelle.

 

 Bemerkungen zum Tanz

Nach Karl Horak steht er zwar entwicklungsgeschichtlich mit jener "Mazurkawelle" im Zusammenhang, die im vorgen Jahrhundert den Volkstanz vieler Völker beinflußte, stellt aber in unserer Form sowohl der Bewegung als auch der Melodie nach einen typisch alpenländischen Tanz der "Ländlergruppe" dar.

Der Dialektname "Oanlatza Drahra" ist darauf zurückzuführen, daß in der Gegend eben auch einen "Doubla Drahra", einen Doppelten Dreher (siehe oben: Volkstänze aus Tirol) gab.

 

 Quellenangabe

  • Raimund Zoder, Österr. Volkstänze, 2. Teil, Wien 1948, Nr. 35
  • Herbert Lager – Österr. Tänze – Zweiter Teil
 

 



 
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